Schreibwerkstatt: Jugendliche mit ihren Gedanken und Gefühlen zum Jetzt in einem Schreibimpuls

„Stell dir vor, die gesamte Welt hört dir fünf Minuten zu. Was würdest du den Menschen sagen?“

Die Welt hört fünf Minuten zu

Ich weiß gar nicht genau, ob ihr alle mir gerade zuhören müsst, denn ich habe auch nicht die Lösungen oder die magischen Worte, die das Leid beenden.

Lieber würde ich euch zuhören.

Oder vielleicht jeder seinem Nachbarn und dann demjenigen auf der anderen Straßenseite und dann alle an einen Tisch, an vielen Milliarden Tischen auf der Welt und dann reden wir. Und hören zu. Miteinander, aufeinander.

Und ich glaube, anstatt, dass ich es jetzt sage, würden wir dann allein zusammen irgendwo realisieren, was uns verbindet. Und was vielleicht nicht. Wie wir damit umgehen wollen, wie wir zusammenleben wollen, was wir füreinander wollen.

Dass wir uns mit Offenheit und Wohlwollen begegnen – uns als Gemeinschaft verstehen, an unseren vielen kleinen Orten irgendwo und dann in größeren, weiteren Wellen, als Menschheit.

Das wünsche ich mir von uns.

Natürlich wird das nicht alles Leid beenden, nicht den Krieg, die Machtspiele, die Ungerechtigkeit.

Es wird uns nicht alle zu Freunden machen.

Aber einen Anfang, einen Raum schaffen.

Viele Milliarden Anfänge und Räume.

Und ich wünsche mir, dass das hilft.

Amely Wernitz, 18

Hey du, ich weiß nicht genau was ich dir sagen soll, denn egal was ich dir sage, es könnte falsch oder richtig sein.

Du könntest dein Hobby zum Beruf machen und glücklich sein oder in den Abgrund stürzen. Du könntest glücklich werden. Bist du gerade glücklich? Ich weiß es nicht. Ich möchte nichts Falsches sagen und dich abstürzen lassen, doch gleichzeitig möchte ich dich motivieren weiter zu machen und glücklich zu werden.
Doch ich kenne dich nicht. Ich weiß nicht was dir jetzt helfen würde, also schau bei dir selber, wo deine Grenzen liegen.

Schau auch auf deine Mitmenschen. Deine Freunde, deine Nachbarn und deine Verwandten. Denn nur wenn jeder von uns versucht mindestens einer Person in seinem Umfeld zu helfen, dann nur dann könnten wir vielleicht alle etwas besser werden.

Elijah S., 14 Jahre

Mir wurde die Aufgabe erteilt, der ganzen Welt etwas mitzuteilen. Doch was genau soll ich dir denn sagen? Etwa, dass jeder Moment auf dieser Erde dein letzter sein könnte? Dass du also jede Sekunde deines Lebens auskosten solltest? Dass du etwas zu deinen Liebsten gehst und ihnen sagst, wie sehr du sie schätzt?

Das wird doch immer gesagt aber wer hält sich schon daran.
Das Leben jeden Moment aus zu nutzen ist nicht einmal möglich. Meinen Liebsten zu sagen wie sehr ich sie liebe geht nicht immer gut,
wenn ich sauer auf sie bin. Mich zu motivieren raus in die Natur zu gehen, die Sonnenstrahlen einzufangen und einfach zu genießen geht schlecht, wenn ich viel zu tun habe. Wir sind im umgeben von Aufgaben über Aufgaben – so wie ich mit dieser gerade. Es ist unmöglich alles richtig zu machen – alles zu bestehen.

Versuche sind dafür da, um auch mal zu scheitern – ich weiß ja nicht einmal, ob ich dem gerecht werde was ich dir gerade mitzuteilen versuche. Doch bitte, realisiere dass du lebst
und dass das Leben auch schön sein kann. Es gibt nicht immer einen Ausweg also lerne dich deinen Problemen zu stellen und standhaft zu bleiben. Hab Mut! Nimm dir das, was du begehrst und spricht das aus, was dich beschäftigt.

Schweige einmal, wenn dir nicht zum Reden zu Mute ist. Bleib alleine, wenn du dich gerade nicht in der Menge wohl fühlst. Mach dein Ding und sei nicht zu egoistisch. Denk auch an die anderen ohne dich selber zu vernachlässigen. Man kann nicht jedem das geben, was sie von dir verlangen. Aber du weißt was du brauchst.

Eines sei gesagt: Zeig Stärke und bleib zuversichtlich, denn auch in Zeiten der Dunkelheit gibt es ein Licht am Ende des Ganges.

Luise L., 14 Jahre

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