Aus unserer Schatzkammer: Historische Buchschätze vorgestellt

Gessner, Konrad:

Fischbuch / Das ist /Außführliche beschreibung und lebendige Conterfactur aller unnd jeden Fischen / von dem kleinsten Fischlein an biß auff den größten Wallfisch / wie sie nicht allein in dem grossen hohen Meer / sondern auch in den Seen / Flüssen / Bächen / und allen Schiffreichen Wassern gesehen und gefangen werden. Sampt derselben Nutzbarkeit und güte / so wol in Essenspeiß und Küchen / als in Artzney und Apotecken. Frankfurt am Meyn : Saur, I6I, 202 Bl., LXXII Bl., 1598

Das wissenschaftliche Werk Konrad Gessners (1516-1565) ist überwältigend.

Geleitet von einem universalen Wissenstrieb, unermüdlichen Fleiß und ausgestattet mit phänomenalem Gedächtnis gehört er zu den bedeutendsten Universalgelehrten seiner Zeit. Er forschte und schrieb mit dem Anspruch die Dinge möglichst detailliert und zugleich umfassend darzustellen. In seinem mehrbändigen Werk „Bibliotheca universalis“ (1545-1555) erfaßte er alle gedruckten Bücher in lateinischer, griechischer und hebräischer Sprache. Anliegen war es den geistigen Besitz der Menschheit aufzuzeigen und diesen vor Verlust zu schützen. Er gilt als Vater der Bibliographie.

Das Fischbuch ist Teil der „Historia animalium“ (1551-1558). Diese Enzyklopädie des gesamten zoologischen Wissens markiert den Aufbruch in die neuzeitliche Naturwissenschaft. Er verfügte über ein breites naturwissenschaftliches Netzwerk. So nutzte er vorhandene Kenntnisse und Beobachtungen und führte eigene Forschungen durch. In seinem Fischbuch beschreibt Geßner ca. 500 Lebewesen der Unterwasserwelt.

Untersucht werden Vorkommen, Verbreitung, Lebensweise, Gefühlswelt und der Nutzen für die Menschheit.

Das 12. Kapitel ist den Walen gewidmet. Sie galten als Auslöser zahlreicher Schiffsunglücke. Dem Mythos zufolge bäumten sie sich oberhalb der Rahe auf um allein durch ihr Gewicht Schiffe zu versenken. Beeindruckend sind die vielen Holzschnitte die Geßner nach Vorlagen von anderen Naturforschern aus aller Welt sammelte und z.T. auch selbst zeichnete. Vorhanden sind auch Darstellungen von Fabeltieren wie Meermönch und Meerbischof.

Der 2. Teil der Ausgabe beeinhaltet das Schlangenbuch. Gab es sie wirklich, die Wasserschlange mit den 7 Köpfen um 1530 in Venedig ?

Alle vorgestellten Werke des historischen Buchbestands

QR-Code - URL